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Der Riesling

Die Sorte

Ursprung:

Die korrekte Sortenbezeichnung ist "Weißer Riesling", meist wird er aber nur Riesling genannt. In Österreich wird er zur besseren Unterscheidung gegenüber dem Welschriesling vielfach als Rheinriesling bezeichnet. Der Riesling wird gerne als "König der Weißweinreben" oder als "edelste Weißweinrebe der Welt" bezeichnet. Sicherlich ist unbestritten, dass der Riesling die wertvollste Weißweinsorte der nördlichen Anbaugebiete ist. Und das zu Recht, wenn gleich auch andere Spitzensorten dem Riesling qualitativ nicht nachstehen mögen. Die Herkunft kann wie bei vielen sehr alten Rebsorten nicht genau bewiesen werden. Tatsache ist, dass der Anbau der Riesling-Rebe im Jahre 1435 in Rüsselsheim, Deutschland, also vor mehr als 500 Jahren, eindeutig nachweisbar ist. Aber jahrhundertelang brachte die Sorte den Weinbauern nur Enttäuschung. Und man hielt den Riesling bis in das 18. Jahrhundert hinein für eine schlechte Traube zur Weingewinnung und baute ihn meist nur im Mischsatz zusammen mit anderen Rebsorten an. Das kam daher, dass man seine typischen Sorteneigenschaften bis zum 18. Jahrhundert einfach nicht erkannt hatte.

  

Die Traube

Geschichte des Rieslings:

Ein Zufall führte zur entscheidenden, heute schon selbstverständlichen Erkenntnis, dass ein Riesling erst dann zu einem großartigen Wein werden kann, wenn diese Rebsorte reinsortig und nicht im gemischten Satz angebaut wird und ihre Trauben erst spät und nach erfolgter Vollreife gelesen werden. Und darüber wird folgende Geschichte erzählt:

Im 18. Jahrhundert wohnten Benediktinermönche im uralten, schon um 1100 gegründeten Kloster auf dem Johannisberg im Rheingau, Deutschland, und bearbeiteten fleißig ihre Weinberge. Dabei wurde der Riesling im Gegensatz zu dem damals üblichen Mischsatz ausnahmsweise in reiner Monokultur angebaut. Jedes Jahr im Herbst, wenn die Trauben reif waren, schickten die Mönche einen Kurier mit einer Traubenprobe zu ihrem Fürstabt (einen in den Reichsfürstenstand erhobenen Abt des Benediktinerordens) nach Fulda um von ihm die offizielle Leseerlaubnis zu erhalten. Im Jahre 1775 verspätete sich nun aus Gründen, die sich im Dunkel der Geschichte verlieren, der Johannisberger Kurier bei seiner Rückkehr. Und die Mönche vom Schloss warteten und warteten. Sie, die mit dem gekelterten Wein einen wesentlichen Teil ihres Lebensunterhaltes bestritten, waren schon der Verzweiflung nache, weil die überreifen Trauben an den Rebstöcken geschrumpft waren und die bereits teilweise zu faulen begonnen hatten. Als dann der nach Fulda entsandte Kurier schließlich doch noch verspätet mit der Leseerlaubnis des Fürstabtes nach Schloss Johannisber zurückkehrte, führten die Mönche eine getrennte Lese nach grünen und fast faulen Trauben durch. Und siehe da, aus den überreifen, zum Teil schon faulen (Edelfaule) Trauben kelterten sie den köstlichsten Riesling, den man bis dahin je getrunken hatte.

Terroir:

Der Riesling gelangt erst im Oktober oder November zur Vollreife seiner Beeren und wird meist als letzte der angebauten Ertragssorten geerntet. Seine kleinen, runden Beeren brauchen unbedingt ein warmes, herbstliches Schönwetter um den für eine gute Qualität notwendigen Zuckergehalt anreichern zu können. Erst dieser Trauben- und Fruchtzucker erbringt in Vergindung mit der charakteristischen Säure die wunderbare Harmonie des Riesling-Weines. Ist diese Zuckeranreicherung durch zu wenig Sonneneinwirkung nicht möglich geworden oder wird der Riesling zu früh geerntet, dann vermag man aus dieser Traube nur harte und saure Weine zu gewinnen. Der Riesling stellt nur geringe Ansprüche an den Boden und gedeiht praktisch auf allen Bodenarten. 

Verbreitung:

Der Riesling ist auf der ganzen Welt verbreitet. In quantitativer Hinsicht haben aber nur Deuschland, Elsass und Österreich Bedeutung. In Österreich sind 3,4% der gesamten Weinbaufläche mit Riesling kultiviert. Die größten Anbaugebiete mit Riesling befinden sich in der Wachau, in Krems, Langenlois, Klosterneuburg und Wien. In der Schweiz gilt der Riesling als Rarität. Man findet kleine Rieslinganpflanzungen im Wallis, aber auch im Waadtland und in Neuenburg. In Deutschland hat der Riesling den Müller-Thurgau auf Platz zwei verwiesen. Innerhalb von Deutschland sind die größten Anbaugebiete der Rheingau, der Mittelrhein, Mosel-Saar-Ruwer und in der Hessischen Bergstraße.

Der Wein

  

Beschreibung:

Der normale Riesling zeigt eine grünlich-gelbe Farbe. Mit zunehmenden Alter und auch bei höheren Qualitätsstufen wechselt die grünlich-gelbe Farbe in einen schimmrigen Goldton.

Das Aroma des Rieslings erinnert an Pfirsichen, Aprikosen und Rosen.

Der Geschmack ist fruchtig und in einem harmonischen Gleichklang von Säure und Süße.

Trinkempfehlung:

Der Riesling passt zu einer vielzahl von Gerichten und wird besonders gern bei festlichen Anlässen und zu Desserts gereicht.

Trinktemperatur:  

ca.   10°C


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